Dear Autumn, i love you.
Der Sommer hat mich ausgelaugt – wie jedes Jahr. Ich sage das nicht nur so dahin. Ich meine das körperlich, mental, nervlich. Ich habe das ganz besondere Talent, wetterempfindlich zu sein – und das bedeutet für mich: Kopfschmerzen, viel Kopfschmerzen, Kreislauf, Reizüberflutung. Wenn andere “endlich Sommer” sagen, will ich einfach nur weg.
Schon ab 23 Grad fühlt sich mein Nervensystem an, als würde es alles abmelden. Und der August? Der ist jedes Jahr mein Endgegner. Ich hasse ihn. Ich hasse das klebrige Gefühl auf der Haut, das helle, aggressive Licht, die schlaflosen Nächte, das ständige Überhitztsein. Mein Ventilator war mein ständiger Begleiter, meine Dusche mein Zufluchtsort. Die Klimaanlage im Büro auf 19 Grad war mein Safe Space, mein Paradies auf Erden.
Und ja – ich hab versucht, das Beste draus zu machen.
Aber wenn ich ehrlich bin: Ich war einfach nur am Zählen.
Die Tage, bis es endlich wieder leiser wird.
Bis es wieder nach Regen riecht.
Bis du kommst. 🍂🤎☕🧸
Und dann… kommt dieser Moment.
Wenn sich die Luft zum ersten Mal wieder anders anfühlt.
Die Tage wieder kürzer werden.
Wenn man wieder durchatmen kann, ohne dass es sich schwer anfühlt.
Ich merke jedes Jahr aufs Neue, wie sehr mein Körper, mein Kopf, mein ganzes Wesen nach genau dieser Zeit sehnt. Nach grauen Himmeln, leiser werdenden Tagen, nach Licht, das sich nicht aufdrängt, sondern einlädt.
Seit ich letzten Herbst in Washington State war, hat sich dieses Gefühl nur noch verstärkt.
Die Wälder, der Nebel, die kalte, klare Luft – das war kein Urlaub, das war ein Moment, in dem sich alles richtig angefühlt hat. Ich weiß noch, wie ich durch die Straßen gelaufen bin, Hoodie überm Kopf, Haare feucht vom Nieselregen, Starbucks-Becher in der Hand – und es hat sich angefühlt, als würde ich in meinem eigenen Soundtrack leben.
Ich glaube, jeder hat so eine ganz eigene Vorstellung davon, wie der perfekte Herbst aussieht.
Für manche ist es der goldene Oktober – mit Kürbissen, Maisfeldern, Ahornblättern in Orange. Und ich liebe das, wirklich. 🧡🎃🍁

Aber mein persönlicher Favorit?
Mein Herz schlägt für den dunklen, mystischen, verregneten Herbst.
Der, der aussieht wie eine Szene aus Twilight.
Grauer Himmel, schwere Wolken, nasse Straßen, der Duft von Erde und kaltem Kaffee in der Luft.
Diese Art von Melancholie, die nicht traurig macht, sondern irgendwie ehrlich ist. Die Art von Atmosphäre, in der ich mir näher bin als sonst.
Washington hat mir gezeigt, dass dieser Herbst nicht nur ein Moodboard ist, sondern ein echter Ort.
Und seitdem will ich nichts sehnlicher, als genau da wieder zu sein.
Oder zumindest – mir diesen Vibe zurückzuholen, mit allem, was dazugehört.

Und genau das ist es für mich:
Herbst ist nicht einfach nur eine Jahreszeit.
Es ist ein Gefühl. Eine Energie. Eine Einladung, wieder näher an sich selbst ranzurücken.
Ich liebe den Herbst, weil er mir erlaubt, ich zu sein.
Weil ich in ihm nicht funktionieren muss, sondern einfach existieren darf – mit Wärmflasche, Hoodie, Tee und meinen Gedanken.
Wenn du das hier liest und gerade zustimmst, während draußen der Regen ans Fenster klopft:
Ich sehe dich.
Du bist nicht allein.
We are the cozy ones. The rainy day lovers. The early sunset romantics.
Und genau deshalb halte ich diese Vibes fest –
in Playlists, die ich wie kleine Fluchten kreiere. Für Tage, an denen der Himmel schwer ist, der Kopf zu laut wird und man einfach nur etwas braucht, das sich nach Zuhause anfühlt.
Und in meinen YouTube-Vlogs, die wie Tagebucheinträge sind – still, echt, unperfekt. Kleine Ausschnitte von Momenten, die mir guttun.
Ich teile das nicht, weil ich muss.
Sondern weil ich weiß, wie gut es tut, sich in einem Gefühl wiederzufinden.
Und vielleicht findest du dich ja ein Stück weit darin.
„Autumn doesn’t ask me to shine. It lets me soften, slow down, and finally feel like myself again.“



