Kill Cringe Culture. Everything is cringe – and I don’t care
Hört auf eure Begeisterung zu filtern, nur weil irgendwer in der Ecke denkt, es ist nicht “Cool” genug
Why we destroy what we love – before anyone else can?
Wir tun so, als wäre es das Normalste der Welt:
Du liebst etwas – ein Buch, ein Film, eine Serie, eine Band – aber bevor du es aussprichst, machst du dich erstmal selbst darüber lustig. Ich hab so oft beobachtet – bei anderen, aber auch früher manchmal bei mir selbst – dass wir Dinge, die wir lieben, zuerst selbst schlechtreden, bevor es jemand anders tun kann.
Weil wir gelernt haben: Wenn du dich zuerst drüber lustig machst, dann nimmt dir niemand was weg. Dann kann dich niemand angreifen, weil du ja schon vorher klargemacht hast: „Haha, ich weiß, es ist voll cringe.” Weil du weißt: Sobald du es ernst meinst, ist es angreifbar. Und dann bist du angreifbar.
Und ganz ehrlich? Ich hab genug davon sowas mitzubekommen!
Warum muss heute alles, was wir mögen, sofort mit Ironie verpackt werden?
Warum dürfen wir Dinge nicht einfach voll und ganz lieben – ohne Disclaimer?
Having feelings isn’t cringe. Loving something isn’t embarrassing. Joy isn’t weakness.
Was wirklich traurig ist:
Dass so viele Menschen lieber abblocken, urteilen und belächeln, als sich zu trauen, selbst mal wieder für irgendwas zu brennen.
Was genau an jemandem, der sich freut, ist für euch so triggernd?
let’s talk about twilight.
Ich liebe Twilight.
Und ich hab’s immer geliebt.
Ich liebe die Bücher, die Filme, das melancholische, regnerische Setting, die Musik, das Drama, das Gefühl.
Ich liebe, wie es mich zurückkatapultiert in eine Zeit, in der alles noch ein bisschen größer war – die Sehnsucht, die Liebe, die Fragen.
Und ich hab nie verstanden, warum man sich dafür schämen sollte.
Twilight wurde (und wird) als peinlich abgestempelt, weil es emotional ist, als Cringe, weil manche die Schauspieler nicht fühlen, als utopisch, weil es um eine Vampir-Romanze geht.
Weil es sich ernst nimmt. Weil es für viele Mädchen und junge Frauen wichtig war – und wir leben in einer Welt, in der genau das abgewertet wird.
Und deswegen machen viele das, was alle tun:
Sie sagen erst „haha omg, cringe ich weiß“, bevor sie gestehen, dass sie es eigentlich lieben.
Aber ich nicht.
Ich habe nie aufgehört, Twilight zu lieben – nicht für einen Moment.
Ich brenne dafür.
Und ich meine das nicht so, wie man sagt „ich mag das voll gern“ – ich meine damit: es lebt in mir. Diese Filme, diese Bücher, dieses ganze Universum haben mir als junger Teenager so viel gegeben, dass ich gar nicht weiß, wer ich heute wäre, wenn ich sie nie entdeckt hätte.
Twilight war mein Einstieg in eine Welt, die ich vorher nicht kannte.
Die Bücher haben mich überhaupt erst zum Lesen gebracht – richtig lesen. Nicht, weil man muss, sondern weil man nicht mehr aufhören kann.
Ich wusste vorher nicht, dass es möglich ist, so gefesselt von einer Geschichte zu sein, dass du vergisst zu essen, zu trinken, auf dein Handy zu schauen – dass du einfach nur da sitzt, während die Seiten an dir vorbeifliegen und die Welt um dich herum stillsteht. Twilight war das erste Mal, dass ich gemerkt habe, was Geschichten mit einem machen können. Wie sehr sie einen verändern, berühren, mitnehmen können. Bis heute ist Twilight mein Safeplace.
Es ist der Film, den ich anschalte, wenn es mir schlecht geht – weil ich weiß, dass er mich runterholt.
Es ist der Film, den ich schaue, wenn ich glücklich bin – weil ich weiß, dass er das Gefühl noch verstärkt.
Es ist das eine Stück, das mich nie verlassen hat, das immer für mich da war, in dem ich mich immer wieder finde.
Twilight ist nicht peinlich. Es ist ein Zuhause.
Und ganz ehrlich?
Wenn du dich über Leute lustig machst, die Twilight lieben, dann liegt das Problem nicht bei Twilight.
It’s you. Wie traurig musst du in deinem eigenen Leben sein, dass du andere verurteilst für Dinge, an denen sie Freude haben?
How bitter do you have to be to hate on happiness?
i like whatever i want. bitch.
Und es hört bei Twilight nicht auf.
Ich erinnere mich genau an die Zeit, in der ich Tokio Hotel gehört hab – und wie viel Hass ich dafür abbekommen habe. Nicht nur Sprüche, sondern richtiger, intensiver Hass. Nur weil ich eine Band mochte.
Imagine, wie crazy ist das?
Ich war einfach ein Teenie, der sich über Musik gefreut hat.
Und das hat gereicht, um zur Zielscheibe zu werden.
Was sagt das über unsere Gesellschaft aus?
Wir bashen Mädchen für ihre Freude, für ihre Leidenschaft, für ihren Geschmack – und wundern uns später, warum niemand sich mehr traut, offen über seine Begeisterung zu sprechen.
We shame joy. And that’s what’s really cringe.
Ich hör Musik, die mir gefällt.
Ich liebe Serien, die mich fühlen lassen.
Ich sammle Merch, weil es mir Freude macht.
Und ich steh dazu – ohne Ironie, ohne Relativierung, ohne Augenrollen.
Hört auf eure Begeisterung zu filtern, nur weil irgendwer in der Ecke denkt, es ist nicht Cool genug
Cool ist langweilig.
Cool ist fake.
Cool ist ein Filter, der dafür sorgt, dass alles gleich aussieht.
Everything is cringe and I don’t care.
I like whatever I want, bitch.
I’m cringe – but I’m free.



